31 Dezember 2011

LomoKino - die Zukunft ist analog!

Fotografieren macht Spaß!
Und fotografieren kann heute technisch gesehen mittlerweile jeder!

Und damit wäre eigentlich das Ziel der russischen Firma Lomo erreicht. Denn: Mit Ihrer Kleinbildkamera, die die einzige Kamera mit Innenlichtmessung in den damaligen Ostblockländern war, wollten Sie jedem Bürger der Sowjetunion ermöglichen, Bilder von Ihrem Leben und Ihrer schönen Heimat machen zu können. Das ganze ging aber nicht auf ... wegen der mangelnden Zuverlässigkeit und Bildqualität hatten die Kameras nicht viele Freunde.

Die Kunstform "Lomografie" wurde Anfang 1990 von einer Gruppe Wiener Studenten mit ein paar Ausstellungen ins Leben gerufen und hat bis heute Bestand :) Wer mehr Details zur Geschichte der Lomografie wissen will ... klickt hier!

Meine erste Lomo: ActionSampler Clear
Meine erste und bis jetzt einzige Lomokamera habe ich vor Jahren von Wonderboy geschenkt bekommen. Es handelte sich dabei um die ActionSampler Clear mit 4 Linsen und einem farbenfrohen Design.

Der Clou an dem Gerät ist aber, dass die vier Linsen auch zeitgleich auf ein 35mm-Bild vier unterschiedlich belichtete und gezoomte Bilder macht. Das hat damals echt Spaß gemacht :) Das Beste kommt aber noch: man kann das chique Teil immer noch kaufen!!!

Und hier kommen wir zum heutigen amerikanischem Unternehmen Lomography, dass sich sehr trendy und jugendlich im Internet präsentiert und - das ist wirklich das Beste - neue Geräte entwickelt. Eine riesige Kameraauswahl findet Ihr im Shop auf der Webseite. Neben den Kameras beliefern sie Ihre Fans auch mit Filmen zum Fotos machen, Zubehör wie knorcke Taschen für die Kams und sogar Fashio-Artikel. Das Ganze wird mit einer liebevoll gepflegten Community abgerundet. So sollte ein Shop sein ...

Aber jetzt der eigentliche Grund des Posts:
Die neue hammercoole, extrem analoge
und retrofeeling Videokamera von Lomo:
die Lomokino!!!

Dieses atemberaubende Stück Hardware versetzt den Jungfilmer zurück zu den Anfängen des Kinos. Mit der Kurbel an der rechten Seite werden die 144 Bilder des 35mm-Films manuell vorangetrieben. Die Menge der Bilder reicht bei 25 Bilder pro Sekunde für etwas mehr als 5 min. Film ... was gezeigt wird entscheidet aber der Filmer durch die Geschwindigkeit mit der er die Kurbel dreht.


Ein paar technische Highlights des Geräts:
Man kann jegliche Art Film (Farbnegativ-, Farbpositiv- und S/W-Film werden unterstützt) benutzen, ein Klappsucher ist genauso an Bord wie ein Standard-Stativgewinde und ein Blitzschuh für Lomoblitze. Außerdem hat man eine stufenlose Blendenspanne von f5,6 bis f11 und einen Fokusier-Button. Das alles zusammen in diesem retro Kameragehäuse.

Sobald man den Dreh (vom Kurbeldrehen kommt der Begriff) durch hat beginnt die Handarbeit. Nachdem man den Film entwickelt lassen hat, nimmt man die Negative, legt sie auf einen Scanner und schneidet dann alle Einzelbilder aus und fügt sie in einem Schnittprogramm des Vertrauens – Bild für Bild – zu einem ablaufenden Film zusammen.

Wie so etwas dann aussieht, seht Ihr hier:

Kommentare:

wonderboy hat gesagt…

wow. Sehr interessant. Die Kamera lockt.

wonderboy hat gesagt…

Netter Film. Wie bekommen die das in den Rechner? und würde gerne wissen wie viel digital nachgebessert wurde für den Retrofarblook.

tim_buck_too hat gesagt…

Also der Look kommt vom Bildmaterial ... die Lomo macht das so :)

Den Film zu digitalisieren ist die Herausvorderung.

Zuerst muss man den 35mm-Film im Fotoladen Deiner Wahl entwickeln lassen.

Dann nimmt man sich das Negativ, scannt es mit eine Scanner ein und schneidet die einzelnen Bilder passgenau aus.

Aus dieser Sequenz von Einzelbildern ist es dann ein Leichtes, mit einer Videosoftware (z.B. QuickTime) daraus einen Clip zu machen.

Viel Arbeit ... aber das Ergebnis hat echt seinen Flair :)

wonderboy hat gesagt…

:-) das stimmt. Wenn einer mal eine Zeitreise macht und denen früher erzählen würde was für einen Hickhack wir heute machen würden um einen Film alt aussehen zu lassen würde die einen nicht verstehen glaube ich. Also sagen wir es mal so. Man filmt etwas analog um es dann zu digitalisieren um es dann analog aussehen zu lassen. :-O